Warum ich heute ein Huhn war

Warum ich heute ein Huhn war

Tagebuch einer Supervisorin in Ausbildung – oder: Warum ich heute ein Huhn war

09:00 Uhr:
Tierwahl zum Einstieg. Andere nehmen einen Panda mit irrem Blick oder eine Krake im Multitasking-Modus. Ich entscheide mich für ein Huhn. Warum? Weil ein Huhn immer was zu tun hat: scharrt produktiv in der Erde rum, legt Eier – und wenn gar nichts mehr hilft, kann man es am Ende wenigstens braten. Pragmatismus auf zwei Beinen.

09:30 Uhr:
Los geht’s mit der Teamline und den neurologischen Ebenen. Unsere Dozentin erklärt das so begeistert, dass ich mich frage, ob sie heimlich auf Turbo-Modus geschaltet hat. Ich versuche mitzuhalten, während mein inneres Huhn noch damit beschäftigt ist, einzelne Gedanken-Körner aufzusammeln.

10:00 Uhr:
Jetzt sortieren wir Werte, Visionen und Verhalten wie bunte Ostereier auf der Teamline. Erkenntnisse ploppen auf wie Popcorn im Kino.

10:45 Uhr – Erste mentale Auszeit:
Kaffee Nr. 1: Ich nenne es liebevoll: Flüssige Aufmerksamkeitsverlängerung.
Kurzer Blick aus dem Fenster. Ich überlege, ob Hühner eigentlich auch Supervision brauchen. Wahrscheinlich nicht – die wissen, was sie tun.

12:00 Uhr – Heilige Mittagspause:
Indisches Essen. Palak Paneer. Kichererbsen-Curry. Emotionale Erste Hilfe gegen das Nachmittagstief. Das Huhn in mir ist glücklich – und satt.

13:45 Uhr:
Zurück im Workshop. Kopf klarer, Herz wärmer, Magen voller. Circle of Influence. Ich stehe in einem Seilkreis und sortiere Kärtchen:
– Drinnen: Was ich beeinflussen kann.
– Draußen: Weltpolitik, Wetter, Universum und der Fakt, dass sonntags der Benzinpreis immer am höchsten ist.
Kaffee Nr. 2: Erneuter Versuch, das Nachmittagstief auszutricksen. Halberfolg.

15:30 Uhr – Kleiner Realitätscheck:
Mein Einflussbereich ist also nicht grenzenlos. Irgendwie befreiend! Ich beschließe, mich nicht mehr über das Wetter aufzuregen. Vielleicht.

17:00 Uhr – Ressourcen-Chat:
Menschen sagen mir, was sie an mir schätzen. Ich? Stehe da wie ein leicht überfordertes Huhn auf der Landstraße und nehme’s einfach mal an. Warmduschen für die Seele. Emotionaler Eier-Boost.

18:00 Uhr – Fazit:
Ich nehme mit:
– Erkenntnisse, die mich zum Grinsen bringen.
– Ein paar Methoden, die ich nicht gleich wieder verliere.
– Und die beruhigende Erkenntnis, dass ich selbst als Huhn ganz okay bin – produktiv, lebendig und im Notfall essbar.

P.S.: Supervision kann Erkenntnisse liefern, den Kopf ordnen und den Bauch glücklich machen.

Diesen Beitrag verfasste unsere Kursteilnehmende und wir teilen ihn gern mit Dir und bedanken uns sehr für diese Innenperspektive auf ein Kursseminar am VITAS.


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